Archiv für den Monat: November 2014

Bayreuth: Wasserschaden im Keller des Opernhauses

Feuerwehr und THW mussten am Sonntagmorgen zum Bayreuther Opernhaus ausrücken. Foto: Ritzer +
Feuerwehr und THW mussten am Sonntagmorgen zum Bayreuther Opernhaus ausrücken. Foto: Ritzer

Gegen 3 Uhr nachts sind in der Nacht zum Sonntag Feuerwehr und THW alarmiert worden. Der Technikkeller unter der Bühne waren geflutet worden; die Haustechnik, die Steuerungstechnik sowie die Lüftungstechnik standen dadurch im Wasser. Ursache war vermutlich ein Leck in der alten Hauptwasserversorgungsleitung, wie die Bayerische Schlösserverwaltung am frühen Sonntagnachmittag in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Den Gesamtschaden schätzt die Schlösserverwaltung auf eine sechsstellige Summe. Die genaue Schadensursache wird derzeit noch untersucht. Eine endgültige Schadenssumme an dem Theaterbau wird erst nach weiteren Gutachten ermittelt werden können.

Am Sonntagvormittag pumpten die rund 100 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren  Bayreuth und Laineck sowie des THW Bayreuth-Pegnitz das Opernhaus komplett leer. Derzeit laufen bereits die Trocknungsmaßnahmen.

Das kulturhistorische „Herz“ des Weltkulturerbes, d.h. das vornehmlich aus Holz bestehende prachtvolle Logenhaus der Bauherrin Markgräfin Wilhelmine, wurde bei dem Zwischenfall  nicht beschädigt, betont die Schlösserverwaltung. Ebenso wenig wurden andere historische Einbauten beschädigt.

Giuseppe Galli hatte das Opernhaus von 1746 bis 1750 im Auftrag des Markgrafenpaares Friedrich und Wilhelmine erbaut. Seit Juni 2012 steht das Markgräfliche Opernhaus auf der Liste des Kultur- und Naturerbes der UNESCO.

Am Sonntagabend fuhr erneut Feuerwehr mit Blaulicht vor dem Markgräflichen Opernhaus vor – diesmal handelte es sich aber um einen Fehlalarm: Nach dem schweren Wasserschaden in der Nacht auf Sonntag hat die Brandmeldeanlage angeschlagen. Die Feuerwehrleute rückten bereits nach elf Minuten wieder ab. Die Polizei vermutet, dass der Wasserschaden auch die Feuermelder in Mitleidenschaft gezogen hat. Wasserschaden Bautrocknung

 

 

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Technische Bautrocknung nach Wasserschäden

Trocknung von Baustoffen bei der Sanierung

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Ob begleitende Maßnahme bei der Kellersanierung oder Sanierung von Wasserschäden – die technische Bautrocknung beschleunigt die Trocknung von Beschichtungen und reduziert den Feuchtegehalt im Mauerwerk. Experte Lars Kuntz  stellt die Verfahren zu Raumtrocknung, Dämmschichttrocknung und Estrichtrocknung vor.

 

Zu den sporadischen Wasserschäden gehören Durchfeuchtungen der gesamten Bauwerkskonstruktion in Folge von starken Niederschlägen oder Hochwasser, Leitungswasserschäden (z. B. Wasserzu- und/ oder -ableitungen, Heizungen), geplatzten Wasserschläuchen an Waschmaschinen oder Geschirrspülern, so genannten Havarieschäden wie z. B. geplatzte Aquarien, übergelaufene Badewannen, Toiletten oder Waschbecken, fehlende oder defekte Rückstausicherungen sowie Löschwasser in Folge einer Brandschadensanierung.

Technische Bautrocknung bei Wasserschäden

Grundsätzlich sind bei der technischen Bautrocknung zwei wichtige Aspekte zu beachten: Zum Einen handelt es sich in den seltensten Fällen um kompakte, homogene Baustoffe, die zu trocknen sind, sondern um miteinander verbaute Verbundbaustoffe, deren Komponenten in der Regel ein unterschiedliches Wasseraufnahme- und Austrocknungsverhalten haben. Aufgrund der unterschiedlichen Materialeigenschaften können im Verbundbaustoff durch behinderte Schrumpf- und Schwindvorgänge Spannungen induziert werden, die zu Rissen, Abplatzungen oder Ablösungen führen können.

Zum Anderen werden mit der technischen Bautrocknung die Primärursachen der Durchfeuchtung nicht beseitigt, sondern nur die Auswirkungen. Diese meistens auch zeitversetzt, so dass der Grad der Durchfeuchtung und eventuell das Wachstum von Mikroorganismen (biologischer Schadensprozess) nicht sofort erkennbar sind. Ein besonderes Risiko sind Hohlräume und schwimmende Estriche, weil eine Durchfeuchtung in diesem Bereich zur Ansammlung stehenden Wassers führt, das sich unter der Dämmung ausbreiten kann. Das Problem besteht darin, dass die Ansiedlung und das Auskeimen von Mikroorganismen meist unbemerkt bleiben und erst sehr viel später erkannt werden. Deshalb ist zu beachten, dass die fehlerhafte Anwendung des „richtigen“ Verfahrens unter Umständen eine erhebliche Gesundheitsbelastung für die Bewohner verursachen kann. Je nachdem, welche Teile eines Hauses oder eines Bauteils durchfeuchtet wurden, kann bei der Trocknung zwischen Raumtrocknung, Dämmschichttrocknung und Estrichtrocknung unterschieden werden.

Raumtrocknung, Dämmschichttrocknung und Estrichtrocknung

Eine Raumtrocknung wird bei Wohnungen nach einem Wasserschaden, in unbewohnten Räumen während der Rohbauphase (Neubau) oder nach einer Sanierung (Altbau) durchgeführt, um die in Folge der Feuchteabgabe durchnässter oder durchfeuchteter Bauteile („Baufeuchte“) an die Raumluft erhöhte Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Verwendet werden in der Regel Kondenstrockner oder (Ad-)Sorptionstrockner.

Dämmschichttrocknung
Die Dämmschichttrocknung kommt in der Regel in unbewohnten Wohnungen zur Anwendung, wenn Wärme- und Trittschalldämmungen (horizontale Flächen), Ausgleichsschüttungen jeglicher Art oder Wärmedämmungen in Außenwandkonstruktionen oder Trennwänden (vertikale Flächen) zu trocknen oder zu entfeuchten sind. Die überwiegende Mehrheit der Dämmschichttrocknungen erfolgt mittlerweile mit Hochleistungsverdichtern in schallgedämpfter Ausführung in Verbindung mit Kondenstrocknern oder (Ad-)Sorptionstrocknern. Am Markt werden zwei verschiedene Technologien angeboten: das Überdruck- und das Unterdruckverfahren.

Wird nach frühzeitiger Feststellung eines Wasserschadens innerhalb von Stunden die Ursache beseitigt, kann ein Bodenaufbau mit dem Überdruckverfahren getrocknet werden. Handelt es sich dagegen um einen länger zurückliegenden Wasserschaden oder einen Schaden, bei dem fäkalienverunreinigte Abwässer ausgetreten sind, muss zwingend das Unterdruckverfahren eingesetzt werden. Die Leistungsfähigkeit des Überdruckverfahrens ist im Vergleich zum Unterdruckverfahren zwar um 20 bis 30 Prozent höher. Andererseits wird beim Überdruckverfahren die Raumluft durch Staub, Sporen und andere mikrobielle Partikel belastet. Um eine Staubbelastung zu vermeiden, empfiehlt sich beim Vakuumverfahren der Einsatz von Mikrofiltern. Um eine mikrobielle Belastung zu vermeiden, werden so genannte HEPA-Filter verwendet.

Estrichtrocknung
Zur Trocknung von Estrichen und der darunterliegenden Trittschalldämmung wird die zerstörungsarme Estrichtrocknung angewendet, indem trockene Luft unter Druck unter den Estrich in die Dämmung geführt wird. Die Luft entzieht dem Material die Feuchtigkeit und transportiert sie nach außen. In der Regel wird die trockene Luft mit einem Hochdruckverdichter in die Dämmung eingeblasen und entweicht über die Randfugen oder im Einzelfall über gezielt gesetzte Bohrlöcher. Die Trocknung der Luft kann sowohl mit Kondenstrocknern als auch mit (Ad-)Sorptionstrocknern erfolgen. Um die Entfeuchtung neuer Estriche zu beschleunigen, sollten diese eine raue Oberfläche aufweisen. Die zu trocknenden Flächen müssen frei zugänglich und staubfrei sein und sich in einem geschlossenen Raum befinden (Türen und Fenster verschließen). Die Trocknungsdauer ist von der Art, von der Dicke und vom vorhandenen Feuchtegehalt des Estrichs abhängig und kann durch Zusatzmittel im Estrich beschleunigt oder verzögert werden.

Alternativ kann die trockene Raumluft mit Vakuumpumpen über die Randfugen bzw. gezielt gesetzte Bohrlöcher durch die Dämmschicht gesaugt und im befeuchteten Zustand abgeleitet werden. Dieses Verfahren bietet sich an, wenn die Dämmschicht lose geschüttetes Material oder Mineralfasern enthält, die beim Druckverfahren aufgewirbelt werden können. Durch den Einsatz spezieller Mikro- und/ oder HEPA-Filter kann eine gesundheitliche Belastung für die Bewohner verhindert werden.

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öffentlich bestellt und vereidigt von der Handwerkskammer Unterfranken
für das Bautentrocknungs- Gewerbe
Lars Kuntz

 

 

 

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